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Der Abschied

22. April 2023

Einen Einblick in die letzten Momente meiner Abreise.



Bereits vor Monaten hatte ich damit begonnen mich von Familie, Freunden und Bekannten zu verabschieden.



Je näher meine Abreise kam, desto schwieriger wurde es, mir die Zeit für die Menschen zu nehmen, die mir etwas bedeuteten.



Ich versuchte keine Emotionen zu zeigen, da es mir wichtig war, die gemeinsamen, verbleibenden Momente ohne Sorgen und Trauer zu verbringen. Ich würde noch genug Zeit haben, um zu realisieren, dass ich die wichtigsten Menschen in meinem Leben lange nicht mehr sehen würde.



Besonders die letzte Woche vor meiner Ausreise, die ich hauptsächlich für die letzten Vorkehrungen und das Zeitverbringen mit Familie und Freunden nutzte, empfand ich als sehr intensiv.



Einen Tag bevor es losging, übernachtete meine beste Freundin bei mir, danach spazierte ich das letzte mal mit meinem Vater über einen kleinen Hügel meiner Heimat und genoss den Ausblick. Anschliessend brachte er mich zu einem guten Freund aus alten Tagen, wo ich dann meine letzte Nacht in der Schweiz verbrachte.



Am nächsten Morgen fuhr ich zu meiner Mutter und meinem Bruder. Wir packten alles zusammen und machten uns bereit.



Mein Vater kam nochmals kurz vorbei, um sich definitiv zu verabschieden. Es schmerzte, so viel war unausgesprochen und trotzdem war es an der Zeit zu gehen.



Meine Mutter, mein Bruder und ich setzten uns in's Auto und fuhren los. Als wirklich letzte Station stand ein Besuch bei meiner Grossmutter an. Es war mir sehr wichtig, dass ich sie wenigstens noch einmal sehen durfte, da es voraussichtlich das letzte mal in meinem Leben war. Es tat höllisch weh, dass ich sie alleine lassen musste, da sie mir doch so viel gab. Auch wenn ich wusste, dass man sich gut um sie kümmerte, war es nicht einfach.



Nach einer Weile verabschiedete ich mich und wir fuhren weiter. Als wir die Grenze erreichten, blickte ich so lange ich nur konnte wehmütig zurück, ohne zu wissen, wann ich meine Heimat das nächste mal betreten werde.



Ich genoss die letzten Tage mit meiner Familie sehr, da sie mir vorerst noch ein wenig Sicherheit vermittelten und ich sie lange nicht mehr gesehen hatte.



Wir fuhren zusammen durch Deutschland und Dänemark, wir besichtigten gemeinsam Kopenhagen und Malmö, bevor wir die letzten Tage in Stockholm verbrachten.



Lange Zeit fühlte es sich so an, als würde niemand von uns realisieren, was uns bevorstand. Als der Abschied dann aber näher kam, hatte ich das Gefühl, dass wir es alle merkten, der Moment war gekommen.



Ein letztes Bild, eine letzte Umarmung, ein letztes Winken und eine letzte Verabschiedung. Ich wartete bis ich sie nicht mehr sah, drehte mich um und liess einen Teil der angestauten Emotionen freien Lauf.



Es fühlte sich befreiend an, auch wenn das ganze Gefühlschaos immernoch präsent war, versuchte ich mich etwas abzulenken, nach vorne zu blicken und mich auf den weiteren nächsten Teil meiner Reise zu fokussieren.



Was es ist und was es war, wird uns erst beim Abschied klar..



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Andrea Erne CH07 0076 1502 5100 6200 2

Ich bin sehr dankbar für alles!


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